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»Enthinderung« durch Vielfalt

Außergewöhnliches schafft man, indem man Außergewöhnliches tut

Als selbst blinde und damit »betroffene« psychologische Beraterin bin ich immer wieder überrascht, wie stark sich die Wirtschaft einschränkt, indem sie das Anderssein negiert. Für Sehende ist das völlig offensichtlich. »Blind sein ist, wie wenn man die Augen zu macht und dann kann man nicht mehr!« Ja, was eigentlich? Es werden zu wenige Behinderte eingestellt, weil der Rest der Welt beurteilt, was die anderen vermeintlich können oder nicht können. 


Dabei liegt gerade im Anderssein das Neuland, das es zu entdecken gilt. Gerade hier befinden sich vielleicht die neuen Märkte, die neuen Bedürfnisse und Ideen. Einige Unternehmen haben das bereits erkannt und sich der Entwicklung und Produktion technischer Hilfsmittel, beispielsweise Sprachsystemen für mobile Endgeräte, verschrieben und erreichen damit nicht nur Blinde. Doch neben den neuen Absatzmärkten liegt das Potenzial auch in den scheinbar behinderten Menschen selbst. Denn diese haben oft etwas, dass sie weiter geben können und wollen. Zum einen eine positive Sichtweise auf Probleme und zum anderen eine kreative Fertigkeit, Lösungen zu finden, denn dazu hat man oft allen Grund, um Schranken zu überwinden, die für andere gar nicht zu sehen sind. 

Die Welt ist sehend und vermeintlich auch nicht behindert. Als Blinde und somit behinderte Person habe ich gelernt, mich in die Sichtweise von Sehenden einzudenken, um mit ihnen zusammen arbeiten zu können. Ich verfüge also über beide Sichtweisen, meine und die der Sehenden. Das ist ein Grund, warum mir Diversity-Arbeit leicht fällt. Das war unter anderem auch ausschlaggebend für meinen Mann und Partner Thomas Hill, selbst blinder Psychologe, »Kochen im Dunkeln« zu entwickeln. Eine Situation, wo das Nicht-Sehen zum Vorteil wird. Hier kochen Teams gemeinsam ein Menü in einer völlig lichtlosen Küche und sind somit gefordert, sich auf das Wesentliche, die Kommunikation und den Zusammenhalt, zu konzentrieren.
Den Vorteil im vermeintlichen Nachteil zu erkennen, ist eben genau das, was wir schaffen können. 

Als blinde psychologische Beraterin und Coach unterstütze ich Organisationen im Umgang mit dem Thema »Diversity Management«. Indem wir Unterschiede wahrnehmen und wertschätzen, können wir sie als Ressource nutzen, um gemeinsam schneller, leichter und klar strukturiert ans Ziel zu kommen. Zusammen mit Thomas Hill biete ich schon seit Jahren Trainings und Coachings an, in denen völlig offen und frei gefragt und gesprochen wird. Die Einheiten können im Dunkeln als wertvolle Selbsterfahrung stattfinden, am Telefon als höchst effektiver Austausch oder vor Ort in einem Unternehmen als erstes Kennenlernen.

Worin besteht nun die konkrete Unterstützung für ein Unternehmen und seine Mitarbeiter/innen?

Als routinierte Interviewerin kann ich aufgrund meiner jahrelangen Medienerfahrung als Radio- und Fernsehmoderatorin nebst meiner psychologischen Ausbildung und aufgrund meiner Blindheit, hervorragend zu- und hinhören. Entscheidend bei der gemeinsamen Suche nach passenden Lösungen ist, die »richtigen« Fragen zu stellen und schnell auf den Punkt zu kommen. Dabei hilft oft der objektive »Blick von außen«, um Zeit und Geld zu sparen.

Genauso wichtig wie Jobs passend zu besetzen, sollte darauf geachtet werden, dass Mitarbeiter/innen durch nichts in ihrer Produktivität gehindert werden. Als selbst behinderte Frau weiß ich, dass jede/r ab und an behindert ist, behindert wird oder sich behindert fühlt. Dabei spielt es keine Rolle, ob diese Behinderungen privater oder beruflicher Natur sind. Sie beeinflussen und bestimmen zum Teil unser Leben, ohne den einen Bereich vom anderen wirklich ausblenden zu können. 25 kg Übergewicht oder 100 Zigaretten am Tag können genau so behindern wie eine anstehende Scheidung oder ein Konflikt zwischen Kollegen und Kolleginnen. Jede berufliche und private Belastung kann die Arbeitsleistung massiv einschränken: Stress kann krank machen.

Mit Hilfe von anonym durchgeführten Coachings wird Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern dabei geholfen, Probleme entweder zu beseitigen, deutlich zu minimieren oder gar nicht erst aufkommen zu lassen. So fällt es auch leichter, mit Stress besser umgehen zu können. Dies führt längerfristig zur Steigerung der Lebensqualität, Motivation und einer gesteigerten Unternehmensperformance.

Wir sind mit sozialer Vielfalt künftig noch stärker konfrontiert als jemals zuvor. Inklusion will gelernt sein und zwar so, dass wirklich alle Beteiligten davon profitieren können.

Zur Person
Constanze Hill, Geschäftsführerin von HILL Management Oberösterreich, ist psychologische Beraterin und Coach mit jahrelanger Medienerfahrung als Radio- und Fernsehmoderatorin. Von Geburt an blind, bietet sie seit Jahren gemeinsam mit ihrem Mann und Partner Thomas Hill, selbst blinder Psychologe, Trainings und Coachings zum Thema Diversity. 

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